Positive Strafe

Positive Strafen stellen aus mehreren Gründen keine Möglichkeit dar, bei Katzen unerwünschte Verhaltensweisen nachhaltig zu ändern.

  • Auch vermeintlich anonyme Strafen werden durch die ausgezeichnete Beobachtungsgabe der Katzen schnell mit dem Halter in Verbindung gebracht. Dadurch verschlechtert sich die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Beispiel: Nass spritzen.
  • Die Voraussetzungen für korrektes Strafen sind praktisch nicht erfüllbar: das Verhalten sollte möglichst schon beim ersten Auftreten bestraft werden, in der richtigen Intensität, zum richtigen Zeitpunkt und bei jeder Wiederholung.
  • Wenn das richtige Timing nicht eingehalten wird, nämlich spätestens nach 0,5 sec, hat das Tier keine Chance mehr, die Handlung mit der Strafe in Verbindung zu bringen. Das Einzige, was die Katze hierbei lernt, ist: mein Mensch ist ein unberechenbarer Irrer.
  • Unter Umständen lernt die Katze durch Strafen nicht, das unerwünschte Verhalten nicht mehr auszuführen, sondern nur, es nicht mehr in Gegenwart des Halters auszuführen, womit sich andere Möglichkeiten der Einflussnahme nicht mehr durchführen lassen. Beispiel: Kratzen an Möbeln.
  • Positive Strafe setzt nicht an der Ursache der Probleme an, sondern ausschließlich an den Symptomen und kann somit das Problemverhalten sogar noch verstärken. Beispiel: Harnmarkieren.
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