Vierbeiniger Familienzuwachs – Allgemeine Überlegungen

Bei allen Vorteilen, die das Zusammenleben mit einem Haustier bietet, so bringt die Haltung eines Tieres doch eine Reihe von Pflichten mit sich. Hin und wieder können auch Schwierigkeiten im Alltag auftauchen, die für alle Familienmitglieder eine große Herausforderung darstellen. Manche Probleme sind jedoch bereits im Vorfeld zu vermeiden, wenn die Entscheidungsfindung nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Verstand geschieht.

Ob es ein Hund, eine Katze oder eine Maus sein soll, die Tierart ist relativ schnell klar – schwieriger wird es dann schon, sich für ein bestimmtes Tier zu entscheiden.

Grundsätzlich gilt, persönliche Vorlieben bezüglich der Ästhetik sollten in den Hintergrund treten: auch in der Mensch-Tier-Beziehung zählen die inneren Werte. Das Tier muss von seiner Persönlichkeit, rassetypischen Eigenheiten, seiner Erfahrung und seinen Bedürfnissen in die Familie und deren Lebensumfeld passen.

Dass alle Familienmitglieder der Anschaffung zustimmen müssen, versteht sich von selbst, ansonsten ist der Ärger innerhalb der Familie vorprogrammiert, wenn normales, arttypisches Verhalten auf Unverständnis und Missfallen stößt, seien es die „Geschenke“ von Freigängerkatzen auf dem Wohnzimmerteppich oder das Anzeigeverhalten des Hundes, wenn der Postbote klingelt. Auch sollte das neue Tier zu bereits vorhandenen Familientieren passen: eine Katze mit einem Meerschweinchen zu vergesellschaften kann eine schlechte Idee sein, das passt viel zu gut ins Beuteschema.

Hilfreich ist es in jedem Fall, im Vorhinein familienintern zumindest grob die Verantwortlichkeiten festzulegen, d.h. im Klartext wer ist wann für was zuständig.

Wenn man zur Miete wohnt, sollte man vor der Anschaffung eines Hundes oder einer Katze die schriftliche Genehmigung des Vermieters zur Tierhaltung einholen.

Seine Nachbarn muss zwar rein rechtlich niemand fragen, im Sinne es entspannten Nebeneinanderlebens, ist es allerdings beispielsweise wenig ratsam, sich einen Freigänger ins Haus zu holen, wenn nebenan ein erklärter Katzenhasser wohnt.

Des Weiteren sind die Kosten ein nicht zu unterschätzender Aspekt: die Kosten der Anschaffung in Form des Kaufpreises, Tiermöbel und Pflegeutensilien, Futter, evtl. Steuer und Versicherung, Impfungen und sonstige Tierarztkosten, die unter Umständen Beträge erreichen können, die in keiner Relation zum Kaufpreis mehr stehen. Nichtsdestotrotz ist die medizinische Versorgung der Tiere zu gewährleisten! Ich erwähne dies besonders, da ich diesbezüglich schon böse Überraschungen erlebt habe.

Irgendwann stellt sich dann die Frage, woher das Tier denn stammen soll. Ob vom Tierschutz oder aus privater Hand über ein Zeitungsinserat, Mitleid ist stets ein schlechter Ratgeber. Oftmals sind es die Notfälle, deren Geschichte herzzerreißend dargestellt wird, bei denen Tierliebe und guter Wille nicht ausreicht. Diese Tiere haben sehr spezielle Bedürfnisse. Sie gehören in erfahrene Hände und ein Umfeld, dass sie nicht überfordert und in dem es möglich ist, mit ihren „Unzulänglichkeiten“ zu leben. Vor bösen Überraschungen ist man auch bei einem Rassetier, das man beim Züchter erwirbt, nicht gefeit, doch hier kann man mit der sorgfältigen Auswahl eines seriösen Züchters schon das meiste abfangen.

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