Die Regenbogenbrücke

Für alle, denen die Geschichte der Regenbogenbrücke noch unbekannt ist:

Eine Brücke verbindet Himmel und Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens. Auf jener Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras. Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort. Dort gibt es immer etwas zu fressen und zu trinken, und es herrscht warmes, schönes Frühlingswetter. Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund. Sie spielen den ganzen Tag zusammen. Sie haben keine Zeit, sich einsam zu fühlen. Sie vermissen dich, aber mit der besonderen Weisheit, die Tiere haben, vertrauen sie darauf, dass sich dieser Zustand bald ändert. Und während sie sich vergnügen, warten sie voller Vertrauen. So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines der Tiere innehält und aufsieht. Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß! Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras. Die Füße tragen es schneller und schneller. Es hat dich gesehen.
Und wenn du und dein spezieller Freund sich treffen, nimmst du ihn in deine Arme und hälst ihn fest. Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder, und du schaust endlich glücklich in die Augen deines geliebten Tieres, das so lange aus deinem Leben verschwunden war, aber nie aus deinem Herzen.
Ihr wisst beide, dass jetzt alles in Ordnung ist. Dann überschreitet ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und ihr werdet nie wieder getrennt sein…

Diese wunderschöne Geschichte kenne ich nun eigentlich schon recht lange, bin aber jedes Mal aufs Neue nicht nur den Tränen nahe.

Die Angst um sein schwerkrankes Tier und schließlich seinTod ist eine Zeit, die die Welt zum Stillstand bringt. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob das Tier „vor seiner Zeit“ gehen musste oder ob es ein langes Leben hatte. Für den trauernden Menschen ist es immer zu früh.

Der große Unterschied zum Verlust eines lieben Menschen ist der, dass die Trauer um ein Tier sozial noch immer nicht anerkannt ist. Es können nur sehr wenige nachvollziehen, dass man sich nicht nur einen Hund oder eine Katze hält, sondern MIT einem Hund oder einer Katze LEBT. Nicht umsonst spricht man von „Companion Animals“. Diese Mensch-Tier-Beziehungen sind einzigartig, man kennt sich in- und auswendig, mit allen Stärken und Schwächen, man teilt die schönen Seiten im Leben ebenso wie die weniger schönen und man kann sich blind auf die Liebe des anderen verlassen. Und schließlich geht man auch den letzten Weg gemeinsam. Kein Mensch, der um einen Freund trauert, muss sich Sätze wie:“dann schaff`dir halt einen Neuen an“ anhören. Wenn man um ein Tier trauert, hört man dies nicht selten. Wer so etwas sagt, offenbart nur eines, nämlich dass er nie die unbedingte Liebe eines Hundes erfahren durfte.

Elli H. Radinger, vielen bekannt vom Wolfsmagazin, hat in ihrem persönlichsten Buch „Der Verlust eine Hundes – und wie wir ihn überwinden“ (animal learn Verlag) versucht, auf alle auftretenden Fragen eine Antwort zu geben. Einfühlsam lässt sie ihre persönlichen Erfahrungen einfließen, wobei sie immer betont, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss.

Dieser Beitrag wurde unter Verschiedenes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.