Der Krankheitsbegriff in der Homöopathie

Hahnemann schreibt im Paragraphen 1 des Organons, dass des Arztes höchster und einziger Beruf es sei, kranke Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Hinterfragt man jedoch, wie Gesundheit und Krankheit zu definieren sind, offenbaren sich die unterschiedlichen Auslegungen dieser Begriffe.

In der Schulmedizin werden unter Krankheit meistens Störungen in bestimmten Organsystemen oder funktionelle Störungen verstanden. Die Diagnose ist hierbei der „Krankheitsname“. Zur Wiederherstellung der Gesundheit müssen folglich die Störungen beseitigt werden. Verschwinden durch die Therapie die Symptome der Krankheit, gilt der Patient als geheilt.

Die Homöopathie versteht unter Krankheit eine Störung der Lebenskraft. Ein gesunder Organismus befindet sich in einem Zustand des körperlichen, seelischen und geistigen Gleichgewichts. Wird diese Ordnung gestört, erkrankt der Organismus, was sich in unterschiedlichen Symptomen auf allen Ebenen (physisch, funktionell, emotional, geistig) zeigt. Dies können Befindlichkeitsstörungen sein, Veränderung der Schlafgewohnheiten, bis hin zu Organ- und Gewebemanifestationen. Wobei letztere Krankheiten im schulmedizinischen Sinne darstellen. Für den Homöopathen sind dies aber nicht die eigentliche Krankheit, sondern nur deren Endresultate.

Dementsprechend kann eine wirkliche Heilung nicht darin bestehen, die Symptome zu beseitigen, bzw. zu unterdrücken, sondern es muss die zugrunde liegende Krankheit des Organismus behandelt werden.

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