Katzen würden Mäuse kaufen!?

Hans-Ulrich Grimm spielt mit dem Titel seines Buches über die Tiernahrungsbranche auf den bekannten Whiskas Slogan an und es scheint, als könne man die gesamte
Diskussion um die richtige Ernährung für Hund und Katz`auf diesen Nenner bringen.

Leider trägt das Buch nicht gerade zu einer Versachlichung der Diskussion bei. Was Grimm an Fakten zusammengetragen hat, wird derart „journalistisch aufbereitet“, dass man über Seiten hinweg sich des Gefühles nicht verwehren kann, in eine Art „schöne neue Welt“ entführt zu werden oder besser: bereits darin zu leben. Zwischen Science Fiction und Wirtschaftskrimi jedoch verstecken sich genau die Argumente, die „eingefleischte Barfer“ schon seit geraumer Zeit in die Debatte werfen. Unterstützung von tierärztlicher Seite erhält Grimm durch den Hamburger Tierarzt Dirk Schrader, der sowohl im Buch zititert wird, als auch auf seiner Homepage das Buch promotet (www.kritische-tiermedizin.de).

Auf der anderen Seite steht natürlich die Industrie, aber auch einige Tierärzte und deren Medien. So erschien in der aktuellen Ausgabe von KLEINTIER MEDIZIN (Nr. 7/8 -08) ein Artikel „Falsches Barfen und seine Folgen bei der Katze“. Tenor dieses Beitrags war die gängige Argumentationslinie, dass es viel Sachverstandes bedürfe, die Ernährung für Hunde und Katzen selbst zusammenzustellen, die Tierhalter Gefahr liefen, die Gesundheit ihrer Lieblinge ernsthaft und teilweise irreversibel zu schädigen und es deshalb dringend notwendig sei, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Manchmal mutet es eher wie ein Glaubenskrieg an. Jede Seite beansprucht selbstverständlich für sich, Recht zu haben. Auch sind sie sich einig, dass eine falsche Fütterung, d.h. die jeweils andere, zu schweren gesundheitlichen Schäden führt. Je nach Quelle wird mehr oder weniger emotional und polemisch argumentiert.

Für den „normalen Tierhalter“ ist es sehr schwer, die für ihn beste Lösung zu finden. Eine mögliche Hilfe können unabhängige (!) Ernährungsberater bieten, die anhand der finanziellen, zeitlichen und sachlichen Aspekte eine geziehlte Empfehlung für ein bestimmtes Tier aussprechen können.

Grimm, H.-U. (2007): Katzen würden Mäuse kaufen, Deuticke Verlag

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