Ein eigenes Tier unterm Weihnachtsbaum…

steht bei vielen Kindern gaaanz oben auf dem Wunschzettel: ein kleiner pelziger Freund zum Liebhaben.

Allerdings gibt es nur einen einzigen Fall, in welchem Eltern dem Wunsch ihrer Sprößlinge nachkommen sollten, nämlich dann, wenn sich die Familie sowieso einig ist, ein Haustier anschaffen zu wollen. Dann spricht auch nichts dagegen, diesen Wunsch mit einem Weihnachtsgeschenk zu verbinden. Außer vielleicht, dass man sich Angenehmeres vorstellen kann, als bei Eis und Schnee gefühlte 100 Mal am Tag mit einem Welpen rauszugehen. Insbesondere, wenn man auch noch ein Kleinkind wetterfest anziehen muss.

Mit einem Haustier geht man eine lange Verpflichtung ein. Auch wenn Kinder noch so sehr beteuern, dass sie sich um die Tiere kümmern werden. Es fällt vielen Erwachsenen schwer, sich die Verantwortung in allen Einzelheiten bewußt zu machen, wie kann man das dann von einem Kind erwarten?

Eine weitere typische Falle sind Kleintiere. Bei einem Hund schrecken viele ja noch die täglichen Spaziergänge ab, bei Katzen deren „Eigensinnigkeit“ und das was oftmals als „Falschheit“ interpretiert wird: die Katze, die noch eben ruhig auf dem Schoß lag, kratzt plötzlich, beißt und läuft weg. Dass die Katze  längst genug von den Streicheleinheiten hatte, und dies auch signalisiert hat, hat der Mensch nur nicht gemerkt.
Kleintiere scheinen auf den ersten Blick, vergleichsweise kostengünstig, haben einen wesentlich geringe Platzbedarf, der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen und die Kinder haben dennoch ein eigenes Tier. Aber ist dem wirklich so? Wer sich die Mühe macht, und sich vor der Anschaffung des Tieres über die Anforderungen an die Haltung informiert, wird obiges schnell als Wunschdenken entlarven.
Einige Beispiele:

Ein Kaninchen, dass sich die meiste Zeit des Tages nur in einem kleinen Käfig aufhalten darf, hat keinerlei Möglichkeiten, sein Bewegungs- und Explorationsbedürfnis zu befriedigen.

Der Kaufpreis ist nicht der einzige relevante Faktor bei der Tierhaltung, nicht zu vergessen sind Futter, Zubehör und vor allem die Tierarztkosten, die schnell ein Vielfaches der „Anfangsinvestition“ erreichen können.

Hamster als nachtaktive Tiere, sind für Kinder nicht geeignet. Und ein geselliges Meerschweinchen alleine zu halten, muss schlicht als nicht artgerecht bezeichnet werden. Die Aufzählung könnte man noch beliebig fortführen…

Also, kurz und knapp – ein Tier zu verschenken, ist in den meisten Fällen keine so gute Idee, wie auch die regelmäßig nach Weihnachten oder spätestens zur nächsten Urlaubszeit im Tierheim abgegebenen Tierchen belegen. Ein alter Spruch, der leider nichts an Aktualität eingebüßt hat: A puppy is for life – not for christmas.

In diesem Sinne, eine besinnliche Adventszeit. Und vielleicht tut es ja auch ein Tierchen mit „Knopf im Ohr“ 😉

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