Laserpointer – der Punkt im Brennpunkt

Auf den ersten Blick hat das Spiel mit dem Laserpointer schon etwas Faszinierendes an sich. Katzen jagen dem Punkt, der sich so mühelos quer durch den Raum oder an Wänden und Gegenständen hoch dirigieren lässt, scheinbar begeistert hinterher. Laut schnatternd oder in stiller Konzentration.

Und wer einmal den“verdutzten“  Gesichtsausdruck gesehen hat, wenn der Punkt, der eigentlich gefangen geglaubt, nun plötzlich auf der Pfote sitzt, anstatt dass sich das Objekt der Begierde in der Pfote befindet, gesehen hat, hat sich sicherlich das Lachen nicht verkneifen können. Für die Katze allerdings,  ist dies weniger lustig.

Das Zusammenspiel eben dieser beiden Faktoren ist der Hauptgrund, warum mittlerweile vom Einsatz eines Laserpointers abgeraten wird: das übermäßige Erregungspotential einerseits und andererseits die Unmöglichkeit eines Jagderfolges, die zwangsläufig zur Frustration führt.

Gerade Wohnungskatzen, die in einer mehr oder weniger reizarmen Umgebung, tendentiell ihren Jagdtrieb nur sehr eingeschränkt ausleben können und dürfen, führt das Spiel mit dem Laserpointer zu einem Tier, das in kürzester Zeit im Erregungsniveau sehr hochgefahren ist. Weiß der Mensch nun nicht um die Jagdgewohnheiten der Katzen, wird er den Laserpointer „falsch“ bewegen. Katzen haben viel Geduld – sie können lange sitzen und beobachten, aber im entscheidenden Moment erreichen sie ein schier unglaubliche Geschwindigkeit. Diese aber nur über eine kurze Distanz. Für eine lange Hetzjagd ist ihr Körper nicht ausgelegt. Wird der Laserpointer nun wie wild quer durch die Wohnung bewegt, tut die Katze aber genau das. Sie hetzt dem Punkt hinterher, zumindest so lange, bis sie so erschöpft ist, dass sie freiwillig das Spiel beendet.

Welche Folgen ein derart mangelhaftes Beschäftigungsprogramm für die Katze und damit auch für den Menschen hat, lässt sich so nicht sagen, denn dafür sind immer mehrere Faktoren verantwortlich. Tatsache ist jedoch, dass auch wenn es nicht zu dramatischen Nebenwirkungen wie z.B. einem auf den Menschen umgerichteten Jagdverhalten kommt, es für die Katze definitiv kein angenehmer Zustand ist. Und ist nicht eigentlich einer der Gründe, warum wir uns mit unseren Tieren beschäftigen,  ihnen mehr Lebensqualität zu bieten?

Das einzig vernünftige Anwendungsszenario wäre eine Katze, die derart menschenscheu ist, dass ein Spiel nur aus der Distanz möglich ist. Aber hier sollte der Laserpointer nur dazu verwendet werden, um ein Spiel in Anwesenheit des Menschen zu initiieren und auch nur unter der Maßgabe, dass versucht wird, der Katze ein ihrer Art entsprechendes Jagdverhalten zu ermöglichen. Konkret heißt das, den Punkt langsam zu bewegen, einmal auszuharren, irgendwo verschwinden und dann wieder zum Vorschein kommen zu lassen. Und das Wichtigste: der Punkt führt die Katze zu einem tatsächlich erjagbaren Objekt. Ob dies verstecktes Trockenfutter, ein kleines Katzenspielzeug oder ein besonderes Leckerchen aus der Küche ist, ist dabei nebensächlich. Hauptsache die Katze hat Freude daran.

Katzenbeschäftigung ist gut und wichtig: nur muss sie eben mit Sachverstand erfolgen. Anregungen finden sich mit ein bißchen Recherche zu Hauf – für jeden Geschmack. Den schließlich soll ja auch der Halter Freude daran haben.

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