Martin Pietralla: Clickern bei Problemhunden

Mit dem Clickertraining assozieren viele Hundehalter noch eine nette Methode, seinem Hund mehr oder weniger sinnvolle Kunststückchen beizubringen. Dass dies aber nur eine Facette ist und wieviel mehr das Clickern zu leisten vermag, insbesondere bei der Arbeit mit sogenannten Problemhunden, war das Thema des Abendvortrages und Seminars von Martin Pietralla in Nürnberg. So reicht die Palette von Angststörungen bis zu aggressivem Verhalten.

Wenn man Einfluss auf das Verhalten nehmen möchte, sind profunde Kenntnisse der Lerntheorie unabdingbar, weshalb dem theoretischen Teil auch im Rahmen des Abendvortrages viel Beachtung geschenkt wurde. Neben den Basics wurde auch auf neuere Forschungsergebnisse hingewiesen, so z.B. dass in der Suchtforschung gezeigt wurde, dass allein durch das konditionierte „Click“ ein Dopaminausstoß erfolgt.

Beim Praxisteil am nächsten Tag zeigte Herr Pietralla dann wie die konkrete Umsetzung aussehen kann. Positiv aufgefallen ist dabei, der ausgesprochen gelassene Umgang mit den Hunden und wie individuell auf die einzelnen Hunde (und deren Besitzer) eingegangen wurde.  Ergänzend wurden einige Videos gezeigt.

Herr Pietralla betonte, wie wichtig seine „Experimentierfreudigkeit“, die ihm als Physiker eigen sei, für seine Arbeit gewesen sei und machte den Teilnehmern Mut zu eigenen Experimenten. Wer jetzt aber glaubt, dies hieße, einfach mal loszulegen, frei nach dem Motto: „schauen wir mal, dann sehen wir schon!“ irrt. In seinen Beispielen wurde deutlich, dass die  Experimente tatsächlich als solche zu verstehen sind: Hypothesenbildung aufgrund sachlogischer Überlegungen und deren systematische Überprüfung im Feldversuch.

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