Auf eigenen Pfoten die Welt entdecken

Ein Blatt, das raschelnd im Wind tanzt, Enten im See, ein Fahrradfahrer, der sich schnell nähert oder Kinder, die lachend über eine Wiese toben… für einen Welpen, der gerade die ersten Spaziergänge mit seinen neuen Menschen unternimmt, ist alles spannend.

Mit großen Augen und aufgeregtem Geschnüffel wird die bunte Welt erkundet. Da wird beobachtet, zurückhaltend gewartet oder neugierig daraufzugetapst. Es ist nicht nur wunderschön und eine Freude, seinem Hundekind bei seinen ersten Erkundungstouren zuzusehen, sondern es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum Sie diese erste Zeit ganz bewußt nutzen sollten.

Schritt für Schritt, Entdeckung für Entdeckung erweitert Ihre kleine Fellnase  seinen Erfahrungsschatz und damit seine Sicht auf die Welt. Ihr Welpe lernt Sie auch als seinen Partner kennen, der ihm die Sicherheit gibt, zu seinen Erkundungstouren aufzubrechen, und zu dem er, sollte es nötig sein, in Sicherheit zurück flüchten kann.

Nehmen Sie die Impulse, die von Ihrem Hund kommen einfach auf: Was zieht gerade seine Aufmerksam auf sich? Wohin sieht er? Ist er dabei eher ängstlich oder neugierig? Lassen Sie ihm ruhig die Zeit, die Dinge in seinem Tempo zu erforschen. Vielleicht möchte er auf ein ihm unbekanntes Objekt zugehen und zögert noch? Sie können ihn behutsam dazu ermuntern, indem Sie selbst daneben in die Hocke gehen und freundlich mit ihrem Hund sprechen. Vergessen Sie dabei nicht: es ist ein Angebot! Keinesfalls sollten Sie Ihren Hund zu irgendetwas zwingen. Jeder darf sich in seinem eigenen Tempo entwickeln und lernen.

Dies trifft auch auf die Begegnungen mit fremden Hund und Menschen zu. Mal abgesehen davon, dass es bei Tieren ebenso spontane Sympathie und Antipathie zu geben scheint, gibt es große individuelle Unterschiede zwischen den einzelnen Tieren. Manche Tiere sind neuen Kontakten gegenüber sehr aufgeschlossen und suchen diese aktiv, andere warten lieber ersteinmal ab. Gerade für letztere können Sie der Fels in der Brandung sein, wenn Passanten mit einem „oooh wie süüüß!“  auf Ihren kleinen Liebling zustürzen. Ähnlich wie ein kleines Kind sich hinter den Beinen der Mutter versteckt, so können Sie Ihrem Welpen beibringen, sich bei Ihnen Schutz zu suchen.

Mit der Zeit werden Sie ein feines Gespür für die Befindlichkeiten Ihres Hundekindes entwickeln durch aufmerksames Beobachten mit offenem Herzen und wachem Verstand. Sie werden sehen, wenn sich Ihr Hund über etwas freut, wenn er unsicher und ängstlich ist, wenn gewisse Situationen ihn überfordern oder wenn er einfach müde ist, weil es für den Moment genug der Eindrücke ist. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit entsprechend zu reagieren: ist er müde, gönnen Sie ihm Ruhe. Ist Ihr Hund überfordert, holen Sie ihn aus der Situation heraus. Ist er ängstlich, helfen Sie ihm, indem Sie ihm z.B. gestatten, die Dinge auf seine Weise zu erkunden.

Für einen zuverlässigen Begleithund im Alltag ist es auch wichtig, in dieser ersten Zeit bei Ihnen die richtigen Erfahrungen zu machen. Zeigen Sie Ihrem Hund möglichst viel und unterschiedliches: nehmen Sie ihn mit in die Innenstadt, ins Einkaufszentrum,in ein Café,  in den Bahnhof, zum Wildtiergehege, in die Nähe von Spielplätzen, auf Hundewiesen…es muss gar keine nachmittagfüllende Beschäftigung sein, integrieren Sie diese kleinen Übungseinheiten einfach in Ihr tägliches Leben.

In dieser ersten Zeit wird der Grundstein für eine von gegenseitigem Vertrauen geprägte Freundschaft gelegt – nutzen Sie sie!

 

Dieser Beitrag wurde unter Verhalten Hunde veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Auf eigenen Pfoten die Welt entdecken

  1. Pingback: Ursula Berger » Wenn aus Welpen Waren werden…

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *